Operative Spermiengewinnung durch TESE / MESA

TESE: Testikkuläre Spermienextraktion 

MESA: Mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration

Bei einer genauen Untersuchung der Spermien des Mannes mithilfe eines Spermiogramms kann vorkommen, dass im Ejakulat des Mannes gar keine oder kaum gesunde Spermien festgestellt werden. Auf natürlichem Wege ist eine Schwangerschaft dann meist nicht möglich. Man spricht in diesem Fall von einer Azoospermie oder einer Oligozoo- bzw. Kryptozoospermie. Die Gründe dafür sind zum Beispiel

  • inoperabel verschlossene, durchtrennte oder fehlende Samenleiter oder
  • eine extrem verminderte oder keine Spermienproduktion – verursacht etwa durch genetische Defekte, Umweltgifte, Infekte, einen zu spät behandelten Hodenhochstand als Kind oder durch Krampfadern im Hoden.

Außerdem kann es sein, dass ein Mann beispielsweise wegen eines Tumors oder aufgrund einer Querschnittslähmung nicht ejakulieren kann. Auf natürlichem Wege ist eine Schwangerschaft dann meist nicht möglich.

Samenzellgewinnung durch TESE/MESA

Sollte eine dieser Ursachen der Fall sein, kann man versuchen die Spermien unter Umständen direkt aus den Hoden (TESE) oder den Nebenhoden (MESA) des Mannes zu gewinnen. Denn häufig befinden sich in diesen Fällen noch befruchtungsfähige Spermien in den Nebenhoden oder den Hoden des Mannes. Diese kann der Arzt durch einen kleinen chirurgischen Eingriff gewinnen. Im Idealfall können die gewonnenen Samenzellen dann bei einer ICSI eingesetzt werden.

Der Eingriff: Probeentnahme von Samenzellen

Für eine Probeentnahme von Samenzellen in Hoden und gibt es in unserem Kinderwunschzentrum mehrere Möglichkeiten. Hier ein kurzer Überblick:

  1. TESE: Testikuläre Spermienextraktion - In einem chirurgischen Eingriff werden kleine Stücke Hodengewebe entnommen. Der Eingriff geschieht unter Vollnarkose und wird auch als Hodenbiopsie bezeichnet.
  2. MESA: Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration - In einem kleinen chirurgischen Eingriff werden Samen aus dem Nebenhoden abgesaugt. Auch dieser Eingriff wird unter Vollnarkose vollzogen und wird auch als Nebenhodenpunktion bezeichnet.
  3. TESA: Testikuläre Spermienaspiration - Wie bei einer Blutabnahme wird versucht, mit einer Nadel Samen aus dem Hoden anzusaugen. Hierbei ist keine Vollnarkose nötig. Dieses Vorgehen eignet sich beispielsweise auch, um die Zeugungsfähigkeit von Männern, die sich einer Vasektomie unterzogen haben, zu gewährleisten.

Während sich TESA in der Regel bewährt, wenn Samenzellen nicht über die Samenleiter transportiert werden können, bieten sich TESE und MESA als Behandlungsmethoden an, wenn nur wenige oder gar keine Samenzellen vorhanden sind.

So funktioniert die mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration aus den Nebenhoden (MESA) 

Bei der sogenannten mikrochirurgischen epididymalen Spermienaspiration, kurz MESA, legt der Arzt im Rahmen eines kurzen operativen Eingriffs meist unter Vollnarkose den Samenleiter des Mannes frei. Dann entnimmt er die beweglichen Spermien aus dessen Nebenhoden (Epididymis). Er benutzt dazu eine feine Kanüle. Dieses Verfahren, das auch als Nebenhodenpunktion bezeichnet wird, wird zum Beispiel dann angewandt, wenn die Samenwege verschlossen oder durchtrennt sind bzw. fehlen. Anschließend werden die entnommenen Spermien eingefroren (kryokonserviert), um sie später im Rahmen einer künstlichen Befruchtung für eine ICSI nutzen zu können.

So funktioniert die testikkuläre Spermienextraktion aus den Hoden (TESE)

Funktioniert die Spermienproduktion nicht oder nicht richtig, kann es möglich sein, dass sich noch vereinzelt Spermien in den Hoden (Testikeln) befinden. Diese kann man über eine sogenannte testikuläre Spermienextraktion (TESE) gewinnen. Dabei werden die Spermien direkt aus einzelnen Gewebestückchen des Hodens herausgelöst.

Die TESE, auch Hodenbiopsie beziehungsweise Hodenpunktion, wird unter einer Vollnarkose durchgeführt. Dabei entnimmt der Arzt mit einer dünnen Biopsienadel an mehreren Stellen eines oder beider Hoden kleine Gewebeproben. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert circa zehn Minuten.

Finden sich darin befruchtungsfähige Spermien, wird das Gewebe eingefroren. Im Rahmen einer ICSI-Behandlung wird das Gewebe dann später aufgetaut, die Spermien werden herausgelöst und zur künstlichen Befruchtung der Eizelle eingesetzt. Bei Bedarf kann diese Operation wiederholt werden.

Wie groß sind die Chancen, Spermien durch TESE/MESA zu finden?

Die Erfolgsaussichten bei einer testikkuläre Spermienextraktion, TESE, und der mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration, MESA, können sich sehen lassen:  In 75 Prozent der Fälle finden die Ärzte dabei noch funktionsfähige Spermien. Die Chancen richten sich aber natürlich sehr nach der zugrundeliegenden Erkrankung bzw. Ursache der fehlenden Spermien im Ejakulat. Verschiedene Untersuchungen des Partners (Hormonanalysen, genetische Untersuchungen etc.) ermöglichen oft bereits vor dem Eingriff eine gute Voraussage über die Prognose des Eingriffes und der nachfolgenden Schwangerschaftschance.

Risiken und Nebenwirkungen durch TESE/MESA

Wie bei jeder Operation mit Narkose bergen auch TESE und MESA gewisse Risiken, über die der behandelnde Arzt individuell aufklärt. Nach der Operation können zum Beispiel in seltenen Fällen Nachblutungen, Blutergüsse, eine Schwellung des Hodensacks oder eine Infektion des Nebenhodens auftreten. Auch deswegen ist es ratsam, sich nach dem Eingriff etwa fünf Tage zu schonen und frühestens am nächsten Tag wieder zu duschen. Auf Baden oder Saunieren sollte man sogar etwa zwei Wochen nach der Operation verzichten.

Was passiert mit den durch TESE/MESA gewonnenen Spermien?

Die durch TESE/MESA gewonnenen Spermien beziehungsweise Hodenproben werden sofort im Labor aufbereitet und untersucht. Lassen sich Spermien finden, werden sie zunächst in aller Regel in flüssigem Stickstoff tiefgefroren (Kryokonservierung).

Die Anzahl der durch TESE/MESA gewonnenen Spermien ist meist eher gering und die gewonnenen Samenfäden sind zu einer eigenständigen Befruchtung (z.B. durch Insemination in die Gebärmutterhöhle) nicht in der Lage. Aus diesem Grund wird die Befruchtung der Eizellen der Partnerin dann prinzipiell mittels einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) durchgeführt.

Was sollte das Kinderwunschpaar vor einer Spermiengewinnung bedenken?

Die durch TESE oder MESA gewonnenen Spermien können nur im Rahmen einer ICSI zur künstlichen Befruchtung der Eizelle genutzt werden. Diese Methode der Kinderwunschbehandlung setzt voraus, dass sich die Partnerin einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke unterzieht. Dies ist dann die Folgebehandlung, die nach der Samenzellgewinnung stattfinden wird. Deshalb sollte sich das Kinderwunschpaar schon frühzeitig mit den Details der ICSI beschäftigen.

Beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten für TESE/MESA?

Welche Kosten von den Krankenkassen in Österreich übernommen werden, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab. Unsere Ärzte beraten sehr gerne zu Ihren Möglichkeiten. Nehmen Sie dazu jetzt Kontakt mit uns auf.

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