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Hormonstörung bei Kinderwunsch

Hormone sind biochemische Botenstoffe, die die Vorgänge in unserem Körper steuern. Dazu gehört auch die männliche und die weibliche Fortpflanzungsphysiologie. Liegt bei Kinderwunsch eine Hormonstörung vor, kann dies der Grund für das Ausbleiben einer Schwangerschaft sein. Doch diese Art der Unfruchtbarkeit ist behandelbar.

Was passiert bei Hormonstörungen?

Liegt bei Frauen eine hormonelle Störung vor, kann dies eine unzureichende Follikelentwicklung, ein Ausbleiben des Eisprungs oder eine insuffiziente Gelbkörperphase (2. Zyklushälfte) zur Folge haben. Die Geburt eines Babys wird so erschwert oder vollständig verhindert. Unterschiedliche Hormonsituationen können diese Probleme auslösen.

Die Hyperandrogenämie: Eine häufig auftretende hormonelle Störung ist die Überproduktion männlicher Geschlechtshormone bei Frauen. Schon leichte Erhöhungen des Testosteron-Spiegels können einen negativen Einfluss auf das Follikelwachstum und den Eisprung haben. Darüber hinaus kann es zu sekundären Veränderungen mit Akne oder Haarausfall kommen. Männliche Hormone werden bei der Frau vor allem im Eierstock und den Nebennieren gebildet.

Das Polyzystisches-Ovar-Syndrom (PCOS): Ist eine Sonderform der Hyperandrogenämie. Man erkennt oft bei der vaginalen Ultraschalluntersuchung deutlich mehr Follikel im Eierstock als üblicherweise zu erwarten (>12). Die Follikel liegen dicht gedrängt (perlschnurartig) unter der Oberfläche des Eierstockes und produzieren eine übermäßige Menge männlicher Hormone. Bei einigen PCO-Patientinnen besteht eine Insulinresistenz. Das heißt die Bauchspeicheldrüse produziert zu viel Insulin. Dieses wirkt wie ein männliches Hormon und regt im Eierstock die weitere Bildung von Testosteron an. Betroffene Frauen sind oft übergewichtig.
Therapie: Erste Therapieempfehlung ist deshalb eine Veränderung des Lebensstils. Dazu gehört vor allem eine gesunde, kalorienreduzierte Ernährung und ausreichend körperliche Aktivität.

Die Hyperprolaktinämie: Eine Überproduktion des Hormons Prolaktin bei Frauen in der Hirnanhangdrüse.  Dies beeinflusst die Freisetzung der Hormone FSH und LH und kann damit zu Zyklusstörungen führen, wie eine ausbleibende Menstruation und Eisprungstörungen. Ursache der Hyperprolaktinämie können unter anderem Stress, die Einnahme von Medikamenten (Antidepressiva, Östrogene) oder Prolaktin sezernierende Tumore sein.
Therapie: Unter anderem eine Behandlung mit Prolaktinhemmern.

Die Hypothalamisch-Hypophysäre Dysfunktion: Die Ausschüttung des Follikel-Stimulierenden-Hormons (FSH) und des Luteinisierenden-Hormons (LH) aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ist in diesem Fall verändert. Die reguläre Freisetzung beider Hormone ist aber eine wesentliche Voraussetzung für die Follikelentwicklung und die Ovulation. Ohne Eisprung werden Frauen in Folge nicht schwanger. Auslöser für solche zentralen Regulationsstörungen kann unter anderem Stress sein.

Schilddrüsenunter- oder -überfunktionen: Sie können zu Veränderungen der Eierstockaktivität führen. Das wiederum kann die Entstehung einer Schwangerschaft verhindern. Eine normale Schilddrüsenfunktion ist außerdem zur Vermeidung von Fehlgeburten wichtig.
Therapie: Schilddrüsenfehlfunktionen werden in Zusammenarbeit mit einem Facharzt für Innere Medizin behandelt. Mit entsprechender medikamentöser Einstellung der Schilddrüse kann sich die Follikelreifung verbessern. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft und der Geburt eines Kindes steigt somit.

Diagnose und Behandlung von Hormonstörungen

Um eine genaue Diagnose erstellen zu können, machen wir uns mit Hilfe der Hormonanalyse bei unseren Patienten auf Spurensuche. In unseren Laboratorien ermitteln wir Ihre hormonelle Situation und stellen gegebenenfalls eine Therapie zusammen. Für genaue Informationen und ein ausführliches Gespräch stehen Ihnen unsere Experten natürlich gerne zur Verfügung.

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